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Mathematikdidaktisches Kolloquium

Im Sommersemester 2011 findet regelmäßig donnerstags um 16 Uhr c.t. ein Kolloquium zu aktuellen Fragen der Mathematikdidaktik statt.

Mathematikdidaktisches Kolloquium

Im Sommersemester 2011 findet regelmäßig donnerstags um 16 Uhr c.t. ein Kolloquium zu aktuellen Fragen der Mathematikdidaktik statt.


Das Kolloquium findet zu den angegebenen Terminen jeweils im Raum A 107 statt. Eingeladen sind alle an mathematikdidaktischen Fragestellungen Interessierten.

30.06.2011

 

Dipl. Päd. Axel M. Blessing

Personalisiertes E-Learning
Eine explorative Untersuchung zum Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen nach J. P. Golden auf das Lernverhalten in einer E-Learning-Umgebung

Es ist heutzutage unstrittig, dass das Ergebnis eines Lehr-Lern-Prozesses durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt wird, zu denen auch personale Merkmale des Lerners gehören. Nicht ohne Grund bezeichnet der Erziehungswissenschaftler Andreas Helmke den Parameter „Passung“ – also das Berücksichtigen von Lernvoraussetzungen und Lernermerkmalen – als das Schlüsselmerkmal guten Unterrichts. Was jedoch in klassischen Lehr-Lern-Szenarios Normalität ist oder sein sollte, findet in E-Learning-Umgebungen zumeist keine Beachtung. Hier gilt oftmals der Grundsatz „one size fits all“.

Ein Grund für die Nichtberücksichtigung von Lernermerkmalen in E-Learning-Umgebungen besteht darin, dass die Frage, welche Merkmale berücksichtigt werden sollen, noch nicht befriedigend geklärt werden konnte. Die im Vortrag dargestellte Arbeit nimmt sich dieser Fragestellung in einer explorativen Form an und untersucht zunächst die Aspekte Persönlichkeit, Typologie, Lernen, Lehren, E-Learning und Blended Learning. Im Anschluss daran werden die Ergebnisse der empirischen Studie beschrieben und die gewonnenen Einsichten diskutiert.
09.06.2011

 

Michael Marxer

Von der Arithmetik zur Algebra – Überlegungen zu einem fließenden Übergang

Abstract:

Terme gezielt verändern, Auswirkungen entdecken, bewerten und darüber reden - oder auch Auswirkungen bewusst herbeiführen und steuern: Arithmetik ist viel mehr als Aus-Rechnen, Algebra ist viel mehr als Umformen von Termen. Wenn Mathematik im Alltag angewendet werden soll, muss die Wirkungsweise der dafür verwendeten Werkzeuge verstanden werden. In diesem Vortrag soll im Mittelpunkt stehen, wie sich die Struktur eines Problems in der Struktur von Termen spiegelt und wie Terme als universales Werkzeug für die Darstellung strukturgleicher Probleme verwendet werden können.

Der Vortrag stellt neu entwickelte Aufgabenformate und Methoden vor, die zeigen, wie bereits in der Arithmetik das inhaltliche Verständnis für algebraische Werkzeuge geweckt werden kann und – umgekehrt – wie Algebra dieses Vorwissen aus der Arithmetik nutzen kann.

 19.05.2011























 

Prof. Dr. Klaus-Peter Eichler:

KOALA – Kompetenz- und outputorientierte Anlage der Lehramtsausbildung

Abstract:

Die Einführung des Europäischen Qualifikationsrahmens [EK08] bzw. des deutschen Pendants, des Deutschen Qualifikationsrahmens, [ADQ09] wird die Hochschullehre mittelfristig dahingehend  beeinflussen, dass die in einem Bildungsabschnitt zu erwerbenden Kompetenzen  konkret formuliert werden müssen. Die derzeit stattfindende Neuordnung der Lehramtsausbildung in Baden-Württemberg geht ausdrücklich in diese Richtung, in den Bildungsplänen Baden-Württembergs für die Schule wird diese Umstellung bereits versucht. Eine derartige Outputorientierung erfordert eine neue Sicht auf die Lehre und eine veränderte Anlage der Lehre. Diese Situation kann nun aus hochschuldidaktischer Sicht genutzt werden, um die Chancen der Outputorientierung für eine qualitativ bessere Lehre auszuloten und wahrzunehmen.
Insbesondere profitieren Lehramtsstudenten von den im eigenen Lernprozess erworbenen Erfahrungen im Umgang mit Kompetenzen, sie erleben wie diese formuliert, erarbeitet und geprüft werden. Es ist zu erwarten, dass dieses selbst erfahrene, kompetenzorientierte Lernen in besonderer Weise dazu befähigt, als Lehrer in der Schule Lernprozesse kompetenzorientiert zu planen, zu initiieren und damit die Bildungsstandards der KMK umzusetzen.
Im Projekt sollen deshalb Anforderungen an die Formulierung von Kompetenzen
untersucht, mit Beispielen belegt und Möglichkeiten zur Klassifizierung erarbeitet werden. Auf der Grundlage derartig formulierter Kompetenzen soll am Institut für Mathematik und Informatik der PH Schwäbisch Gmünd eine kompetenz- und outputorientierte Lehre konzipiert, realisiert und evaluiert werden. Ziele einer derart veränderten Lehre sind neben verbesserter Studienqualität, Studienzufriedenheit und Studienleistungen vor allem auch die Entwicklung eines adäquateren, reflektierteren Bildes von den Wissenschaften Mathematik bzw. Informatik und ihren Didaktiken.
Gewonnene Ergebnisse sollen auf Verallgemeinerungswürdigkeit und Übertragungsfähigkeit untersucht und anderen Fächern und Fachdidaktiken zur Verfügung gestellt werden.
Die fächerübergreifende Arbeit an der Entwicklung inhaltsbezogener wie auch allgemeiner Kompetenzen soll die hochschuldidaktische Diskussion bereichern und das Niveau der Lehre insgesamt verbessern.
Die Theorie des Constructive Alignment [Bi03] stellt eine passende theoretische Basis für eine erfolgreiche Umstellung der Lehrveranstaltungen zur Verfügung: Im Zusammenhang mit der Outputorientierung ist vorgesehen, eine Abstimmung von intendierter Kompetenz, Lernaktivität und Gestaltung der Prüfung vorzunehmen.
Zugleich werden grundsätzliche Fragen der Anlage einer wissenschaftlichen Arbeit dargestellt. Unter den dargestellten Standards sollten insbesondere Zulassungsarbeiten nicht zurückbleiben.
Die Veranstaltung dient deshalb allen Studierenden zur Orientierung, die im Fach Mathematik eine Zulassungsarbeit schreiben bzw. dies beabsichtigen.
 

 

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