KOALA - Kompetenz- und outputorientierte Anlage der Lehramtsausbildung

Abstract

Die Einführung des Europäischen Qualifikationsrahmens [EK08] bzw. des deutschen Pendants, des Deutschen Qualifikationsrahmens [ADQ09] wird die Hochschullehre mittelfristig dahingehend beeinflussen, dass die in einem Bildungsabschnitt zu erwerbenden Kompetenzen konkret formuliert werden müssen. Die derzeit stattfindende Neuordnung der Lehramtsausbildung in Baden-Württemberg geht ausdrücklich in diese Richtung. Eine derartige Outputorientierung erfordert eine neue Sicht auf die Lehre und eine veränderte Anlage der Lehre. Diese Situation kann nun aus hochschuldidaktischer Sicht genutzt werden, um die Chancen der Outputorientierung für eine qualitativ bessere Lehre auszuloten und wahrzunehmen.
 

Insbesondere profitieren Lehramtsstudenten von den im eigenen Lernprozess erworbenen Erfahrungen im Umgang mit Kompetenzen: Wie diese formuliert, erarbeitet und geprüft werden. Es ist zu erwarten, dass ein selbst erfahrenes, kompetenzorientiertes Lernen in besonderer Weise dazu befähigt, als Lehrer in der Schule Lernprozesse kompetenzorientiert zu planen und zu initiieren und damit die Bildungsstandards der KMK umzusetzen.
 

Im Projekt sollen deshalb Anforderungen an die Formulierung von Kompetenzen untersucht, mit Beispielen belegt und Möglichkeiten zur Klassifizierung erarbeitet werden. Auf der Grundlage derartig formulierter Kompetenzen soll am Institut für Mathematik und Informatik der PH Schwäbisch Gmünd eine kompetenz- und outputorientierte Lehre konzipiert, realisiert und evaluiert werden. Ziele einer derart veränderten Lehre sind neben verbesserter Studienqualität, Studienzufriedenheit und Studienleistungen vor allem auch die Entwicklung eines adäquateren, reflektierteren Bildes von den Wissenschaften Mathematik bzw. Informatik und ihren Didaktiken.
 

Über das Institut für Mathematik und Informatik hinaus wird mit anderen Fachbereichen und Fachdidaktiken ein Austausch sowohl zu den inhaltsbezogenen als auch zu den allgemeinen Kompetenzen vorgeschlagen, um die hochschuldidaktische Diskussion zu bereichern und das Niveau der Lehre insgesamt zu verbessern.

Die Theorie des Constructive Alignment [Bi03] stellt eine passende theoretische Basis für eine erfolgreiche Umstellung der Lehrveranstaltungen zur Verfügung: Im Zusammenhang mit der Outputorientierung wird vorgeschlagen, eine Abstimmung von intendierter Kompetenz, Lernaktivität und Gestaltung der Prüfung vorzunehmen.

 

Projektverantwortliche

Vertretungsprofessor Dr. Ralf Romeike
Prof. Dr. Klaus-Peter Eichler


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